Im Kabel wird’s eng: HD ist das neue analog

Fur das Jahr 2018 ist die Abschaltung des analogen Kabels geplant, allerdings herrscht bisher weitestgehend Unklarheit daruber, wie eine Roadmap fur den Weg dorthin aussehen konnte. So gehen kritische Stimmen davon aus, dass der gestiegene Breitbandbedarf der Nutzer fur einen Kapazitätsmangel sorgen wird. Wie kann in dieser Situation ein gleichberechtigter Zugang gewährleistet werden? Und welche Aufgaben kommen auf die Regulierungsbehorden zu? Über die Digitalisierung im Kabel diskutierten am Montag im Rahmen des Medientreffpunkt Mitteldeutschland Vertreter aus Medien, Kabelnetzbetreibern und Interessenverbänden mit Michael Kayser (BBC World News).

Joachim Dolken (Kabel Deutschland) bezeichnete 2018 als ein „Ankerdatum“, uber das man fur die Umstellung von analog auf digital durchaus nachdenken konne: Bei einem Digitalisierungsgrad von derzeit 65% und jährlichen Wachstumsraten von 7 bis 8 % musse man davon ausgehen, dass bis ins Jahr 2018 eine Verbreitung von uber 80 % erreicht sei. Allerdings musse die Umstellung im Rahmen eines Prozesses verlaufen, „der alle Marktbeteiligten mitnimmt“, so Dolken weiter.

Auf ein fixes Datum fur die Umstellung wollte sich Hannes Lindhuber (Tele Columbus) nicht festlegen: „Wir liefern das, was unsere Kunden von uns wunschen, von uns erwarten und wo der Bedarf besteht.“ Lindhuber stellte fest, dass es derzeit noch eine große Nachfrage nach analogen Programmen gibt, so dass zum jetzigen Zeitpunkt eine Festlegung auf ein bestimmtes Datum aus seiner Sicht nicht sinnvoll ist.

Demgegenuber forderte Sebastian Artymiak (Verband Privater Rundfunk und Telemedien e. V.) die Festlegung auf ein klares Datum, damit fur alle Beteiligten ein hohes Maß Planungssicherheit gewährleistet ist. Durch die sukzessive Abschmelzung analoger Programme durch die Kabelnetzbetreiber konnte die Umstellung sonst zu einem „Tod auf Raten“ werden. Aber auch in Hinblick auf neue Knappheiten im Kabelnetz sei Planungssicherheit notwendig, da die Programmplätze fur HD-Programme begrenzt sind: „HD ist das neue analog“, so Artymiak.

Dementsprechend werde es am Ende eine Regulierung z. B. nach dem Vorbild der Kabelbelegungssatzung gegen mussen, so Martin Deitenbeck (SLM). „Knappheit ist die Sternstunde der Regulierer“, so Deitenbeck weiter, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass sich neben den HD-Programmen die Ausstrahlung von SD-Programmen auf lange Sicht nicht festschreiben lasse, wie es sich die Wohnungswirtschaft wunscht.

So wies Rainer Nowak (Verband Thuringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft) darauf hin, dass neben Menschen mit niedrigem Haushaltseinkommen auch „Senioren als besonders wertvolle Kunden mitgenommen werden mussen.“ Viele Mieter seien verunsichert, so Nowak weiter und forderte einen breiten Konsens, nach dem auch in Zukunft „SD-Programme dauerhaft und unverschlusselt empfangbar“ sind. www.medientreffpunkt.de


Quelle: Satellifax