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Microsoft denkt laut über Windows-Abo nach
Der Software-Riese Microsoft hält sein derzeitiges Bezahlmodell fur nicht mehr tragfähig. Anstatt einmalig Lizenzen zu erwerben, konnten Nutzer Produkte wie das Betriebssystem Windows kunftig im Abo beziehen. Moglich ist auch eine Bundelung mit weiteren Diensten und Produkten. Eine Basis-Version von Windows wird hingegen moglicherweise kostenlos angeboten.
Microsoft will das Verkaufsmodell fur seine Produkte von Grund auf uberdenken. Über Jahrzehnte hinweg hat die Grande Dame der Benutzer-Software gutes Geld verdient mit Lizenzen fur Betriebssysteme und das Office-Paket, doch das Konzept ist mittlerweile etwas angestaubt. Wer 400 Euro fur ein Notebook oder halb so viel fur ein Tablet auf den Tisch legt, ist heutzutage eher nicht gewillt, fur Betriebssystem und Anwendungen noch einmal kräftig draufzuzahlen. Microsoft reagiert auf diese Entwicklung und lässt gunstigere Geräte mit Windows ausstatten. Fur Smartphones und Tablets kleiner als neun Zoll ist das Betriebssystem sogar komplett kostenlos.
Mit dem Anbieten eines kostenlosen Produkts lässt sich bekanntermaßen schlecht Geld verdienen. Windows droht fur den Software-Giganten zu einem Verlustgeschäft zu werden, das nur zum Zweck der Marktfuhrerschaft fur den Verkauf anderer Lizenzen und den Geschäftskunden-Bereich aufrechterhalten wird.
Auf der Credit Suisse Technology Investment Conference in Phoenix äußerte sich der leitende Geschäftsfuhrer Kevin Turner zu den Plänen des Konzerns fur 2015. Ziel sei es, die Nutzung der eigenen Produkte "durch Dienstleistungen und verschiedene Add-ons, die wir einbauen werden, zu monetarisieren". Geekwire interpretiert dies im Klartext als Entwicklung hin zu einem Abo-Modell. Die Software-Schmiede Adobe, mit ihren Bild- und Grafikprogrammen in ihrem Segment ebenfalls Marktfuhrer, hat diesen Schritt bereits vollzogen. Sie lässt sich mittlerweile fortlaufend von ihren Kunden bezahlen, anstatt einmalig teure Lizenzen zu verkaufen, die zudem anfällig fur Raubkopien sind.
Microsofts Finanzierungspläne: Windows-Abo wie Office 365?
Erste Schritte in Richtung Abo-System hat der Konzern bereits unternommen. Fur das iPad ist derzeit eine Office-Basisversion kostenlos erhältlich, fur eine optionale Erweiterung mit zusätzlichen Funktionen muss jedoch eine jährliche Gebuhr abgefuhrt werden. Ähnliche Modelle sind auch fur das Flaggschiff Windows denkbar. Moglich ist etwa, dass Microsoft mehrere Dienste wie Betriebssystem, Office-Anwendungen und Cloud-Speicher in einem Paket bundelt. Office wird ebenfalls seit längerer Zeit in einem Abo-Modell uber Office 365 angeboten.
"In den ersten 39 Jahren hatte unsere Firma eines der besten Geschäftsmodelle aller Zeiten", resumiert Turner. "Es basierte definitiv auf den Windows-Client-Betriebssystemen und PC-Betriebssystemen. An dieser Innovation teilzuhaben hat unserem Unternehmen sehr gut getan." Ernsthafte Existenzängste muss der Konzern trotz des schnellen Wandels am Markt nicht haben – das Lizenzgeschäft ist und bleibt die Cashcow des Unternehmens und spult jährlich Milliarden zu traumhaften Margen in die Unternehmenskasse. Außerdem sind besonders gewerbliche Nutzer mit komplexen IT-Systemen von der Microsoft-Infrastruktur mehr oder weniger abhängig. /cb
gulli
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Abo-Modell fur Windows 10 bestätigt, Start im Herbst 2015
Nicht wie angenommen im Spätsommer, sondern im Herbst des kommenden Jahres soll die neue Version des Betriebssystems Windows auf den Markt kommen. Gegenuber einer japanischen Tageszeitung bestätigte Microsofts COO, dass Windows 10 uber ein Abo-Modell angeboten wird. Details werden derzeit noch ausgearbeitet.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, kommt Windows 10 im Herbst 2015 auf den Markt. Der Bericht bezieht sich auf ein Interview mit Kevin Turner, dem Chief Operating Officer von Microsoft, das die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei veroffentlichte. Demnach wird Microsofts neues Betriebssystem "fruh im kommenden Herbst" an den Start gehen. Vor einer Woche hieß es noch, dass Windows 10 moglicherweise schon im Spätsommer veroffentlicht wird. Turner bezieht sich bei seinen Aussagen zum Veroffentlichungstermin auf "die aktuelle Planung" und die kann sich bekanntlich gen Ende einer Software-Entwicklung nochmals verschieben. Gegenuber Nikkei zeigte sich Turner jedoch zuversichtlich, Herbst 2015 als anvisierten Zeitpunkt fur den Verkaufsstart einhalten zu konnen.
Stichwort: Verkaufsstart. Turner bestätigte ebenfalls die in den vergangenen Wochen lauter gewordenen Geruchte um ein mogliches Abo-Modell fur Windows 10. Zwar war der Microsoft-COO nicht gewillt Details zu nennen, da der Konzern noch an der konkreten Umsetzung feile, das bisherige Vertriebsmodell solle jedoch abgeschafft werden. Anstatt einen einmaligen Kaufpreis zu entrichten, sollen Kunden Windows kunftig abonnieren. Damit bindet Microsoft Windows-Nutzer weiter an den Konzern, schließlich konnen Updates und neue Windows-Versionen somit leichter verbreitet werden.
Turner: Personlicher Assistent eines der Alleinstellungsmerkmale von Windows 10
"Die Sachen, die die Leute an Windows 7 liebten, werden wir in Windows 10 anbieten", so Turner gegenuber Nikkei. Grundsätzlich sei das neue Betriebssystem aber ein "kompletter Neustart". Freude und Enthusiasmus stellt sich bei solchen Drohungen nicht wirklich ein, ist Windows doch nicht wegen seiner Wandelbarkeit und Innovationskraft beliebt, sondern weil es – zumindest uber lange Jahre – eine gewohnte und halbwegs persistente Oberfläche bot. Mit Windows 8 hat Microsoft schon versucht, trendy zu sein – und wurde dafur massiv abgestraft. Im Interview hob Turner besonders den "intelligenten Assistenten", der vorausahnen soll, was der Nutzer als nächstes vorhat, als Alleinstellungsmerkmal hervor.
Welche Abonnementgebuhren fur Windows fällig werden und in welchen Abständen diese zu entrichten sind, bleibt offen. Anfang Januar sollen erste Details bekannt gemacht werden. Mit Office 365 bietet Microsoft die Office-Anwendungen bereits uber ein kostenpflichtiges Abo an. /tb
gulli
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